EU AI Act · Art. 2 & 3 — Akteursrollen

Akteursrollen-Klassifizierung — wer bist du nach dem EU AI Act?

Die Antwort auf "Welche Pflichten habe ich?" beginnt mit "Welche Rolle nehme ich ein?" EAB strukturiert die Rollenbestimmung — und dokumentiert die Begründung, damit sie verteidigbar ist.

Anbieter, Betreiber, Importeur oder Händler — jede Rolle trägt einen anderen Pflichtensatz. EAB bewertet die Rolle deiner Organisation pro KI-System, verankert die Bestimmung in den Rechtsquellen und aktiviert den entsprechenden Pflichtensatz automatisch.

Art. 2 & 3 EU AI Act Pro System klassifiziert Begründung dokumentiert
Rollenklassifizierung beinhaltet
Anbieter vs. Betreiber — strukturierte Bestimmung
Importeur & Händler — Abgrenzungskriterien
Mehrfachrollen — wenn eine Organisation beide Rollen trägt
Begründung verankert in Art. 3 EU AI Act
Pflichtensatz aus Rolle abgeleitet
Rollenwechsel — dokumentiert und nachvollziehbar
Die vier Akteursrollen nach EU AI Act

Wer du bist, bestimmt was du schuldest.

Art. 3 EU AI Act definiert vier Akteursrollen mit unterschiedlichen Pflichtensätzen. Die Bestimmung muss pro System erfolgen — dieselbe Organisation kann in verschiedenen Systemen verschiedene Rollen einnehmen.

Art. 3 Abs. 3

Anbieter

Entwickelt oder lässt ein KI-System entwickeln und bringt es unter eigenem Namen oder Handelszeichen in Verkehr. Trägt die umfangreichsten Pflichten — technische Dokumentation, Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung, Registrierung in der EU-Datenbank.

Art. 3 Abs. 4

Betreiber

Setzt ein KI-System in eigener Verantwortung für einen bestimmten Zweck ein. Trägt operationale Pflichten: menschliche Aufsicht, Protokollierung, Einschränkungen bei vulnerablen Gruppen und Informationspflichten gegenüber betroffenen Personen.

Art. 3 Abs. 6

Importeur

Bringt ein KI-System eines in einem Drittland niedergelassenen Anbieters in den EU-Markt ein. Trägt Verifikationspflichten: Sicherstellen, dass der Anbieter die erforderlichen Konformitätsbewertungen durchgeführt hat und die technische Dokumentation vorliegt.

Art. 3 Abs. 7

Händler

Macht ein KI-System auf dem EU-Markt verfügbar, ohne es wesentlich zu verändern. Trägt Weiterleitungs-Pflichten und muss sicherstellen, dass das System den Anforderungen entspricht, bevor es vertrieben wird.

Warum die Rollenbestimmung kritisch ist

Falsche Rolle — falscher Pflichtensatz.

Häufiger Fehler

Anbieter-Pflichten als Betreiber übernehmen

Wenn eine Organisation intern ein KI-System entwickelt und dann intern einsetzt, ist sie gleichzeitig Anbieter UND Betreiber. Ohne strukturierte Rollenbestimmung übernimmt sie möglicherweise nur Betreiber-Pflichten — und übersieht die weitreichenderen Anbieter-Anforderungen.

Prüfungsrisiko

Nicht dokumentierte Rollenwahl

Eine Rollenbestimmung, die nicht dokumentiert ist, existiert für Prüfungszwecke nicht. EAB erzwingt die Dokumentation der Begründung — welche Kriterien wurden geprüft, welche Rolle wurde festgestellt und warum. Die Bestimmung ist jederzeit rekonstruierbar.

EAB-Ansatz

Pro System — nicht pro Organisation

EAB bewertet die Rolle pro KI-System. Dieselbe Organisation kann für System A als Anbieter und für System B als Betreiber klassifiziert sein. Der resultierende Pflichtensatz wird automatisch aus der Rollenbestimmung abgeleitet — kein manuelles Mapping erforderlich.

Der Prozess

Rollenbestimmung in vier Schritten.

1
Systemkontext erfassen

Beschreiben, wie das System entwickelt und eingesetzt wird

Der Registrierungsassistent erfasst: Wer hat das System entwickelt? Wird es unter eigenem Namen vertrieben? Wird es intern oder extern eingesetzt? Wurde es von einem Drittanbieter bezogen? Diese Antworten bilden die Grundlage der Rollenbestimmung.

2
Klassifizierungs-Assistent

Strukturierte Rollenbewertung durchführen

Der Klassifizierungs-Assistent führt durch die Kriterien von Art. 3. Für jede Rollendefinition wird geprüft, ob die Kriterien auf das System zutreffen. Das Ergebnis ist eine begründete Rollenzuordnung — mit Verweis auf die anwendbaren Artikel.

3
Supervisor-Freigabe

Rollenbestimmung durch Supervisor freigeben

Die Rollenbestimmung wird vom Compliance-Supervisor überprüft und freigegeben. Wenn die Bestimmung übersteuert wird, wird die Begründung protokolliert. Die freigegebene Rolle ist der Ausgangspunkt für die Pflichtensatz-Aktivierung.

4
Pflichtensatz-Aktivierung

Pflichten automatisch aus der Rolle ableiten

Aus der freigegebenen Rollenzuordnung wird der Pflichtensatz automatisch aktiviert. Anbieter erhalten die vollständige technische Dokumentations-Checkliste. Betreiber erhalten die operationalen Pflichten. Keine manuelle Übersetzung von Rolle zu Pflicht.

Rollenklassifizierung

Die richtige Rolle bestimmen — strukturiert und verteidigbar.

Pro System, mit Begründung, freigegeben vom Supervisor. Die Grundlage für jeden weiteren Governance-Schritt.

EU-gehostet · Verankert in CELEX 32024R1689

Kontakt aufnehmen
Mehr Informationen anfordern

Erzählen Sie uns von Ihrer Organisation und Ihrem Anliegen. Wir melden uns mit den relevanten Informationen.